Der Tanz sowie Yoga gehen Hand in Hand mit dem Verstehen von Bewegungen, der Körperausrichtung und biomechanischen Abläufen im Körper. Es geht darum, den Körper besser kennen und verstehen zu lernen, sich seiner Muskeln, seinen Artikulationen, seiner Funktionen vor Augen zu führen. Sich seinem Körper bewusst zu werden, ist sich seines Selbst bewusst zu werden. Präsent zu sein, sich zu observieren und mit Aufmerksamkeit mit dem Körper zu arbeiten, lässt das Körperpotential und das Wohlbefinden steigern.

 

Für mich als tanzschaffende ist es unabdingbar, seinen Körper zu kennen, ihm Acht zu geben und ihn für Hochleistungsmomente in Form zu halten. Abgesehen davon bin ich aber davon überzeugt, dass wir im Allgemeinen wieder vermehrt lernen müssen, auf unseren Körper zu hören. Oftmals sagt uns unser Körper was er braucht, doch dafür müssen wir ihn wieder erneut kennen lernen. Ihm in unserer heutigen kopflastigen Gesellschaft (zumindest in im westlichen Teil) wieder mehr Raum einzuschaffen, ist für mich unabdingbar.

 

Wie denken wir über unseren Körper? Wie viel Aufmerksamkeit geben wir ihm? Wenn dich etwas schmerzt, wie oft fragst du dich über die Ursachen und die Zusammenhänge mit deinen Lebensumständen?

 

Dalai Lama sagte einmal, dass man jeden Tag Zeit mit sich selber verbringen sollte. Zeit mit sich selber zu verbingen sich kennen zu lernen heisst, sich neu zu erfahren. Für mich muss der Körper wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden, aber nicht in einer oberflächlichen Weise. Damit meine ich sich bewusst zu werden, dass unser Körper der einzige wahrhaftige Ort ist, wo wir leben, ohne ihn, würden wir nicht als Materie existieren können (das kannst du sprichwörtlich oder philosophisch lesen). 

Ich tanze seit früher Kindheit, doch hatte ich Mühe, meinen Körper zu schätzen und ihm den notwendigen Stellenwert zu geben, der ihm zusteht. Erst als ich mich mit Yoga angefangen habe zu befassen, habe ich meine Denkweise verändert. Massgebend waren Texte von B.K.S Iyengar, der für mich den Menschen und seine Ganzheit wunderbar beschreibt. Und wie er einmal so schön geschrieben hat, kann man den Wert von Yoga nicht beschreiben, man muß ihn erfahren. Eines seiner schönsten Zitate dazu "Wer Yoga übt, entfernt das Unkraut aus dem Körper, sodass der Garten wachsen kan."

Als ich angefangen habe in mir zu wachsen, hatte ich das Gefühl, dass ich dies auch im Tanz anders zum Ausdruck bringen konnte. Ich fühlte mich ruhiger und stärker, fühlte mich mehr als Ganzes. Der Körper ist ein wundervolles Instrument für Tanz, Yoga und das Leben. 

 

" Der Rhythmus des Körpers, die Melodie des Geistes und die Harmonie der Seele schaffen die Symphonie des Lebens".

(B.K.S. Iyengar)